Freiheit, Krieg und Verschwörung: Auf Abraham Lincolns Spuren durch das „Land of Lincoln“

Freiheit, Krieg und Verschwörung: Auf Abraham Lincolns Spuren durch das "Land of Lincoln"

Abraham Lincolns Grab in Springfield ist eine beliebte Besucherattraktion.

Abraham Lincoln zählt zu den bedeutendsten und charaktervollsten US-Präsidenten. Zeugnisse von ihm sind in Illinois, dem „Land of Lincoln“, noch heute allgegenwärtig. Wer dort auf Reisen geht, begibt sich auf eine spannende Spurensuche, die nicht nur Geschichtsinteressierte begeistert, sondern auch Familien und Roadtripper in ihren Bann zieht.

Besonders in Springfield, der Hauptstadt von Illinois, begegnet man „Honest Abe“ auf Schritt und Tritt. Hier lernte dieser seine Frau kennen, heiratete und begann seine politische Laufbahn. Die Abraham Lincoln Presidential Library and Museum widmet sich diesem ereignisreichen Leben auf eindrucksvolle Weise und feiert 2020 sein 15 jähriges Jubiläum. Exponate, interaktive Stationen und holographische Schauspiele nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise durch Lincolns Leben und Präsidentschaft bis hin zu dessen Ermordung. Das Museum erstreckt sich auf 4.500 Quadratmetern und begeistert mit Artefakten wie den Abendhandschuhen aus der Nacht des Attentats, einer Reproduktion des Weißen Hauses aus 1861 oder dem Federkiel, mit dem die Emanzipationsproklamation unterzeichnet wurde. Mit seinen Wachsfiguren, Theatern und Geistervorstellungen ist es auch für Kinder ein Erlebnis. Im Jubiläumsjahr ergänzen zahlreiche Sonderausstellungen, Filmproduktionen und Events das Programm. Bis September 2020 begrüßt „Abe“ seine Gäste übrigens noch vor Betreten des Museums: Bis dann ist er als zehn Meter hohe und 19 Tonnen schwere Bronze-Statue am Eingang zu bestaunen. Es handelt sich um eine überdimensionale Version von Seward Johnsons „Return Visit“-Statue, die in Gettysburg steht.

Wenige Schritte entfernt befindet sich die Lincoln Home National Historic Site mit dem einzigen Haus, das Abraham Lincoln je besaß. Hier lebte er 17 Jahre lang mit seiner Familie. Bereits seit 1887 ist es für Besucher offen und gewährt einen intimen Blick auf Lincoln als Ehemann, Vater, Nachbar und Politiker. Die Umgebung von vier Blocks um Lincolns Haus wurde im Stil des 19. Jahrhunderts erhalten und ist als Freilichtmuseum zu erforschen. Von dort setzt sich die Spurensuche mit einem Gang zum Grabmal des Präsidenten fort. Nach dessen Ermordung fand Lincoln im Oak Ridge Friedhof seine letzte Ruhestätte. Wer seinem Glück auf die Sprünge helfen will, reibt einmal über die Nase der majestätischen Bronzebüste, die das Grab schmückt. Die abgenutzte, nun Gold glänzende Nasenspitze verrät, dass bereits Tausende der Legende Glauben schenkten und hier Hand angelegt haben. Der Weg vom Haus zum Grab dauert rund 45 Minuten und führt am imposanten Old State Capitol vorbei, in dem Lincoln 1858 seine Präsidentschaftskandidatur ankündigte, ebenso wie Barack Obama im Jahr 2007.

Wer die Spurensuche außerhalb Springfields fortsetzen möchte, findet im Örtchen Lincoln, gut 30 Fahrminuten nördlich von Springfield, eine Kuriosität: Dort steht mit dem Railsplitter Covered Wagon der laut Guinness-Buch der Rekorde größte Planwagen der Welt. Auf dem Kutschbock des zwölf Meter langen und fünf Tonnen schweren Wagens thront kein Geringerer als Abraham Lincoln, hier in ein Buch vertieft. Ebenfalls nördlich von Springfield, in Petersburg, können Interessierte durch die Straßen eines wiederaufgebauten Pionierdorfes ( Lincoln’s New Salem State Historic Site) gehen, in dem Lincoln als junger Mann lebte und arbeitete. Das Freilichtmuseum umfasst 23 rekonstruierte Blockhäuser sowie ein Museum und Theater.

Südlich und westlich von Springfield erinnern die beiden Mississippi-Städte Quincy und Alton an Lincoln. Beide waren Schauplätze der legendären Rededuelle zwischen Abraham Lincoln und Stephen Douglas für die Zwischenwahlen in Illinois 1858. Sie erregten großes Aufsehen, weil es bei ihnen weniger um die Belange des US-Bundesstaates als vielmehr um die Sklaverei ging. Die Debatten gelten heute als die ersten öffentlichen Rededuelle in den USA, denen in Charleston sogar ein kleines Museum gewidmet ist, das Lincoln Douglas Debate Museum.

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